Aktuell

KÖR 2021

FÖRDERSCHIENE KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM DES LANDES TIROL IN KOLLABORATION MIT DER TIROLER KÜNSTLER:INNENSCHAFT

Marco Barotti: Moss: A kinetic sound sculpture driven by air pollution
Karin Ferrari: The New Whole (Mall Shamanism)
Fabian Lanzmaier, Lino Lanzmaier, Martina Moro, Pia Prantl, Andreas Zißler: Monat des Makaken

Die Projekte werden voraussichtlich zwischen den Monaten Juni bis Oktober 2021 in Innsbruck und seiner näheren Umgebung umgesetzt und jeweils von einem diskursiven und vermittelnden Programm begleitet werden. Weitere Informationen werden regelmäßig auf www.koer-tirol.atbekannt gegeben.

ABOUT
Die Förderschiene Kunst im öffentlichen Raum wird seit 2008 in einer Kooperation zwischen dem Land Tirol und der Tiroler Künstler:innenschaft durchgeführt und aus Mitteln des Landes Tirol finanziert. Für das Jahr 2021 wurde diese zum ersten Mal unter einem von Petra Poelzl (Künstlerische Leitung & GeschäftsleitungNeue Galerie & Kunstpavillon) verfassten thematischen Open Call unter dem Titel „Unruhig bleiben“/„Staying with the Trouble“ ausgeschrieben. Der thematische Call orientierte sich somit an dergleichnamigen Publikation der US-amerikanischenBiologin, Wissenschaftsphilosophin und Literaturwissenschaftlerin Donna J. Haraway. Es gingen insgesamt 138 Einreichungen von internationalen Künstler:innen ein, wovon die unabhängige Fach-Jury -bestehend aus Katharina Brandl (Künstlerische Leitung Kunstraum Niederösterreich, Wien/Basel), Christoph Hinterhuber(Künstler, Innsbruck) und Anne Duk Hee Jordan(Künstlerin, Berlin) drei Projekte auswählten. Zentral für die Auswahl waren der Bezug zur thematisch ausgerichteten Ausschreibung sowie die Inhärenz performativer und kunstvermittelnder Elemente.

OPEN CALL
Der Weg in das 21. Jahrhundert ist von politischen, sozialen und ökonomischen Umbrüchen, Verschiebungen und Veränderungen gekennzeichnet. Einer vermeintlich paradiesischen Vergangenheit wird eine scheinbar apokalyptische Zukunft gegenübergestellt. In dieser oftmals polarisierenden Grundstimmung ist es umso wichtiger, die Vielschichtigkeit und Komplexität unserer gegenwärtigen Gesellschaft sichtbar zu machen, Allianzen zu bilden und Kompliz:innenschaften einzugehen. Die US-amerikanische Biologin, Wissenschaftsphilosophin und Literaturwissenschaftlerin Donna J. Haraway skizziert in ihrem Buch „Unruhig bleiben“ (Engl.: Staying with the Trouble) eine mythologisch grundierte Anderswelt, in der die Grenzen zwischen Menschen, Pflanzen, Tieren und Mineralien verschwimmen und durchlässig werden. Haraway beschreibt dies folgendermaßen: „Die Aufgabe besteht darin, sich entlang erfinderischer Verbindungslinien verwandt zu machen und eine Praxis des Lernens zu entwickeln, die es uns ermöglicht, in einer dichten Gegenwart miteinander gut zu leben und zu sterben.“ Davon ausgehend begibt sich der Open Call Kunst im öffentlichen Raum 2021 auf die Suche nach Formen, Dynamiken und Methoden des Miteinanders, der Fürsorge und der Empathie.

Projekte

kunst im
öffentlichen
raum tirol

Die Förderschiene Kunst im öffentlichen Raum wird seit 2008 in einer Kooperation zwischen dem Land Tirol und der Tiroler Künstler:innenschaft durchgeführt und aus Mitteln des Landes Tirol finanziert. Für das Jahr 2021 wird diese zum ersten Mal unter einem von der Tiroler Künstler:innenschaft verfassten thematischen Schwerpunkt ausgeschrieben, der als eine inhaltliche Klammer beim Verfassen der Konzepte sowie in der Umsetzung der Projekte dienen soll. Das Ziel des Förderschwerpunkts ist es, zeitgenössische Kunst- und Kulturprojekte im öffentlichen Raum zu fördern, um so die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Dialog über kulturelle, soziale und politische Thematiken zu öffnen. Kunst im öffentlichen Raum soll Diskussionen auslösen und ein integrativer Bestandteil bei der Entwicklung von Perspektiven sein.

Den künstlerischen Formaten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es werden sowohl permanente skulpturale Kunstprojekte, temporäre Interventionen sowie partizipative, performative und dialogische Formate im öffentlich ländlichen und städtischen Raum gefördert. Besondere Beachtung finden Projekteinreichungen, die ortsspezifisch angelegt sind und welchen vermittelnde Formate inhärent sind. Um ein möglichst diverses Publikum erreichen zu können, sollten die Projekte eine Synergie zwischen künstlerischer Praxis und Alltagskultur darstellen. In diesem Sinne sind die Spielorte der Projekte so vielfältig wie die Projekte selbst und eröffnen die Möglichkeit, Kunst über die Grenzen von Kulturinstitutionen hinaus erfahrbar zu machen.