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Katarina Schmidl :: Bajuschki Baju

Auf den Boden des Radweges ist folgende Zeile auf Deutsch geschrieben: „Schlaf mein Kind, ich wieg dich leise, bajuschki-baju“, und einmal auf Russisch „Спи младенец мой прекрасный, баюшки-баю“: Dies ist die 1. Zeile des „Wiegenliedes der Kosaken“. Das Gedicht, das der russische Dichter Michael Lermontow um 1838 geschrieben hat, wurde mehrfach vertont und wird seither nicht nur im russischen Sprachraum Kindern zum Einschlafen vorgesungen.
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Schlaf mein Kind, ich wieg dich leise, bajuschki-baju, Katarina Schmidl, 2018. Foto: Gisela Erlacher 2018.
Teile der Kosaken waren Gegner der Russischen Revolution und kämpften im 2. Weltkrieg auf der Seite der Deutschen. Am Ende des Krieges befanden sie sich mitsamt ihren Familien – Frauen und Kindern – im Raum Lienz und Oberkärnten, also in der englischen Besatzungszone. Zunächst wurde ihnen freies Geleit zugesprochen, doch in der Konferenz von Jalta war ihre Rückholung in die Sowjetunion beschlossen worden und so wurden sie an die sowjetischen Truppen ausgeliefert. Viele der Kosaken, die den Verrat erkannten, versuchten zu fliehen oder gingen freiwillig in den Tod – aus Angst vor Stalins Rache, russischer Gefangenschaft und Folter. Mütter sprangen gemeinsam mit ihren Kindern aus Verzweiflung in die Drau: die Angst vor der sowjetischen Gefangenschaft trieb sie in den Tod.
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Schlaf mein Kind, ich wieg dich leise, bajuschki-baju, Katarina Schmidl, 2018. Foto: Gisela Erlacher 2018.
Mit dem Projekt wird vor allem auf das Schicksal der kosakischen Frauen und Kinder aufmerksam gemacht, die ihre Männer und Väter in den Krieg begleiteten und am Ende des 2. Weltkrieges zu Opfern politischer Machenschaften wurden.
Die Zeile des Wiegenliedes, über die man, wenn man hier radelt oder spazieren geht, quasi „stolpert“, weist auf das Kind hin, das zuvor friedlich geschlafen hat, bis eine Tragödie geschah, die man auf politischer Ebene verhindern hätte können.


Katarina Schmidl 2018
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Schlaf mein Kind, ich wieg dich leise, bajuschki-baju, Katarina Schmidl, 2018. Foto: Gisela Erlacher 2018.