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Nabila Irshaid :: STRANGE FRUITS


Im Rahmen der Ausschreibung für die Aktion KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM des Landes Tirol hat die palästinensisch-deutsche Künstlerin NABILA IRSHAID ihr Konzept für STRANGE FRUITS platzieren können. Der Jury gehörten die Kunsthistorikerin Franziska Weinberger, Professor Bart Lootsma und der Künstler Rens Veltmann an. Nabila Irshaid lebt seit 10 Jahren in Salzburg. Mit ihrer Arbeit bildet sie politische Situationen in lebendige Installationen um. Sie entwirft soziale Prozesse, in denen es mehr Teilnehmer als Zuschauer gibt. Das Kunstwerk wird als gemeinsame Arbeit einer zufällig zusammentreffenden Gruppe angefertigt. Materielle Resultate sind gleichzeitig Ergebnisse des Workshops und Dokumentation der intensiven Zusammenarbeit.
Für KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM des Landes Tirol war eine Ortsbezogenheit des Kunstwerkes erwünscht.
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Mit STRANGE FRUITS sieht NABILA IRSHAID Parallelen zwischen den zentralen Themen Tirols und Palästinas: Tradition, Tourismus und Landwirtschaft.
In MATREI in Osttirol fand sie eine Gemeinde, die ihre Idee mit ihr zusammen umsetzt. In diesem 5000 Seelen-Ort ist die Kirche Generationen übergreifend Mittelpunkt der sozialen Aktivitäten. Im Rahmen der Installation STRANGE FRUITS werden für Kirchenbänke der Kirche St. Alban neue Polster hergestellt und mit der Hand bedruckt. Alle Matreier, Nachbarn, Touristen und Interessierte aus aller Welt können an drei Tagen vom 19.-21. Februar 2010 an dieser Druck-Aktion teilnehmen und die Textilien nach eigener Vorstellung mit Oliven, Orangen, Äpfeln, Zitronen, Trauben etc. - den Früchten Tirols und Palästinas – im Stempeldruck gestalten. Die Schüler des Ortes bekommen einen besonderen Workshop am ersten Tag. 700 Kissen sind vorgenäht worden, werden nach dem Trocknen mit einem Schaumstoff gefüllt und am 4. April 2010, Ostersonntag, das erste Mal in Gebrauch genommen.
Während des Druckens wird arabisches Essen und Trinken angeboten und arabische Musik vorgestellt. In dieser Atmosphäre werden wahrscheinlich Fragen z.B. zu KULTUR, TRADITION, HYBRIDITÄT, IDENTITÄT, KUNST entstehen. Es könnte auch einigen auffallen, dass die Produkte aus Palästina nirgendwo erhältlich sind. Und weiter, dass die Frage gestellt wird, wie INTERNATIONALE HANDELSWEGE organisiert sind. Und noch einen Schritt weiter, dass die ökonomische Macht des Konsumenten, die inzwischen die Stimmabgabe an der Wahlurne übertrifft, von jedem Einzelnen genutzt und bei einer kleinen Gruppe zielorientiert eingesetzt werden kann. Eine denkbare Möglichkeit wäre ein kleiner Import von palästinensischem Olivenöl und anderen handgefertigten Produkten von Kleinerzeugern. Oder eine gemeinsame Reise in die palästinensischen Gebiete.
Mit dieser Arbeit wird die Basisform eines sozial-künstlerischen Prozesses vorgegeben, das gemeinsame Bedrucken der Stoffe. Die Dynamik und Richtung werden sich erst währenddessen entwickeln und sind kaum vorherzusagen.

Weblinks:
Ausschreibung 2008