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Lois Hechenblaikner :: BilderEcho

Im Mai 2012 an 77 Stellen im Stadtraum von Innsbruck und an 5 Orten im Zillertal.

Projektbeschreibung
Die Freizeitindustrie ist eine der größten der Welt und dieses Wirtschaftssegment spielt in Tirol eine Hauptrolle. Kritische Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Natur findet aber nur selten Raum. Mit den Mitteln der Werbefotografie und der Straßenwerbung verhandelt der Tiroler Fotokünstler Lois Hechenblaikner Inhalte, für die man normal nicht wirbt. Mit seiner Arbeit „BilderEcho“ könnte der Blick geschärft und ehrliches Bewusstsein über das Verhältnis von Tirol zum Tourismus verbreitet werden. Die Modernität des Landes und das Spiel mit der Tradition stehen ebenso zur Diskussion wie der Umgang mit der Natur. Nicht zufällig ist die Textzeile angelehnt an die Warnhinweise der Lawinenschilder, die im alpinen Gelände allgegenwärtig sind.
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Lois Hechenblaikner:
„Das eingereichte Projekt BilderEcho thematisiert das vielschichtige und zwiespältige Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur, zwischen öffentlichen Interessen und natürlichen Umgebungen. Fotografien aus Tirols touristisch genutzten Räumen werden auf bestehende Großplakatwände montiert. Diese sind in ihrer herkömmlichen Funktion Träger von Werbebotschaften. Sie arbeiten auf der visuellen Ebene mittels Bildern und Schrift, und sind vorrangig an stark frequentierten Standpunkten positioniert, um ein möglichst großes Konsumpublikum zu erreichen.
Statt Produktreklame werden nun eine Serie von fotografischen Motiven auf diesen Wänden an unterschiedlichen Orten in vielfacher Wiederholung präsentiert, die einen kritisch-reflektierten Blick zeigen. Zwei Textzeilen die sich ständig wiederholen, wurden in leicht abgewandelter Form den Gefahrenhinweisschildern an den Pistenrändern entnommen. Diese sollten ganz bewusst so wahrgenommen werden, wie die gesetzlich verordneten Gefahrenhinweise auf den Plakaten und Verpackungen der Tabakindustrie.
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Die im dokumentarischen Stil angelegten Fotografien sind einerseits aufgrund ihrer formalen Komposition ästhetisch ansprechend, anderseits wirkt ihr inhaltliches Motiv bei genauerem Hinsehen verstörend. Der Transfer der künstlerisch motivierten Bilder an Orte, die normalerweise als Werbeträger fungieren, ist als temporäre künstlerische Intervention gedacht. Für diese Kunst im öffentlichen Raum wird allerdings kein neuer Raum geschaffen, sondern bereits vorhandener öffentlicher Raum (eines kulturfremden Sektors) genutzt und umfunktioniert.
Kunst an unerwarteten Orten fördert eine sinnstiftende Wahrnehmung: Der Betrachter sieht die Landschaft als übergroße Abbildung, zugleich wird er motiviert, die Reallandschaft selbst als etwas Artifizielles wahrzunehmen. Wie natürlich ist die vom Menschen bebaute und durchgestaltete Landschaft Tirols überhaupt noch? Wie steht es um die Befindlichkeit der heimischen, identitätsstiftenden Umgebung, deren kritischer Zustand in der alltäglichen Wahrnehmung oftmals ausgeblendet wird? Der Erkenntnisgewinn dieser künstlerischen Arbeit liegt in der subtil angelegten Wechselseitigkeit von Abbild und Wirklichkeit, d.h. der Präsentation des künstlich gewordenen Umfeldes im realen Kontext des Bildmotivs. Hier findet eine Rückführung in die Landschaft selbst statt. Ein Echo, das mittels Bilder seine Botschaft in das Land Tirol ruft.“
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Lois Hechenblaikner, * 1958
Ausbildung im Multivisions-Studio MM-VISION in München
Reisefotograf
Ab 2000 ausschließliche Hinwendung zur Fotokunst und Großformatfotografie
Zahlreiche internationale Ausstellungen
www.hechenblaikner.at

Dank an: epamedia, Dr. Monika Lindner und Mag. (FH) Ivana Vötter

Weblinks:
Ausschreibung 2011