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Kunst im öffentlichen Raum – Förderschwerpunkt 2012

Ausgewählte Projekte 2012
2012 wurden drei Projekte ausgewählt, die sehr unterschiedliche gesellschaftsrelevante Themen bearbeiten:
In Würde altern, semivirtueller Raum als politische Landschaft und fiktives Verliebtsein
Drei Projekte von Robert Fleischanderl, knowbotic research und Wolfgang Tragseiler wurden 2012 ausgewählt.

Die Mitglieder der Jury, Bart Lootsma, Architekturkritiker und -theoretiker, Professor am Institut für Architekturtheorie der Technischen Universität Innsbruck, Franziska Weinberger, Künstlerin, Kuratorin und Kunsthistorikerin, Rens Veltman, Künstler, haben 2012 aus den 41 Einreichungen folgende Kunstprojekte ausgewählt, die mit insgesamt 80.000 Euro dotiert sind:

Robert Fleischanderls Projekt ALT.SEIN für das Franziskusheim in Fügen und die acht umliegenden Gemeinden im vorderen Zillertal verfolgt das Ziel zwei Lebenswelten einander näher zu bringen. Die interdisziplinär angelegte Fotostudie spricht gesellschaftliche Tabuthemen alter Menschen, die in einer Betreuungseinrichtung leben, wie Krankheit, Tod, Isolation, Selbstbestimmung, Sexualität, Würde und Kontrollverlust an. Der Künstler entwickelt das Projekt gemeinsam mit den BewohnerInnen und dem Fachpersonal des Franziskusheims und interagiert mit der Bevölkerung der Gemeinden. Dieses soziologisch und zwischenmenschlich zunehmend wichtige Thema wird auf mehreren Ebenen diskutiert und visualisiert.
Fragen nach den Grenzen der Sozietät, der kulturellen Identität und deren historischen Zusammenhängen wird bei dem Projekt The MacGhillie Hall auf ungewöhnliche, intelligente, sowohl im Virtuellen als auch im Realen stattfindende und für alle offene Weise nachgegangen. Die Schweizer Künstlergruppe knowbotiq research hat für „Kunst im öffentlichen Raum Tirol“ aus dem schon seit einiger Zeit laufenden Projekt The BlackGhillie Landscape [TIROL] entwickelt. In den frühen Morgenstunden können PassantInnen in der Stadt, aber auch in brachliegenden Randzonen, die Figur des MacGhillie beleben und von Überwachungskameras beobachtet in dem zwischen Mensch und Tier angelegten Kostüm speziellen Tanznotationen folgen. knowbotiq: „Die Figur agiert in semiöffentlichen urbanen Feldern und in der Brach- und Kulturlandschaft außerhalb der Stadt. Der urbane Stadtraum und die Brache werden gleichzeitig in den virtuellen und vernetzten Raum (Internet) erweitert. Der unpräsente Stadtraum der nächtlichen Fußgängerzone jenseits aller Betriebsamkeit und die Brache beinhalten eine Latenz der Veränderung. Der politische Raum einer Überwachungskamera wird mit Tanzbewegungen paraphrasiert und angeeignet. Der semivirtuelle Raum wird zur politischen Landschaft mit der die Handlungen der Protagonisten in Dialog treten.“
Wolfgang Tragseilers temporäre Intervention „love sequences“ beschert den PassantInnen einer Innsbrucker Fußgängerzone magische Momente. Zwei willkürlich ausgewählte Personen, die sich auf dem Gehsteig aufeinander zubewegen, durchleben den Genuss filmischer Liebe mit einem fremden Gegenüber. Wie aus Hollywoodfilmen bekannt, wird durch sich in der Intensität steigernde Licht- und Soundregie großes Gefühl suggeriert, das ein überhöhtes Idealbild erzeugt. Auf witzige Art und Weise wird durch „love sequences“ die Diskrepanz zwischen Realität und Fiktion verdeutlicht. Vielleicht finden aber doch der eine oder die andere zueinander, die sich im „wirklichen“ Leben nie getroffen hätten?
Ausschreibung 2012
Kunst verlässt den Ausstellungsraum und interagiert mit einer breiten Öffentlichkeit. Das Land Tirol sieht „Kunst im öffentlichen Raum“ als eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie greift gesellschaftspolitisch relevante Themen auf und lotet das Verhältnis der Menschen, die eine Region bewohnen oder passieren, zu ihrem Umfeld aus. Kunst im öffentlichen Raum soll Diskussionen auslösen und Prozesse in Gang setzen. Sie soll integrativer Bestandteil bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven sein und die Identität des Landes im Bereich des Zeitgenössischen mit gestalten.
Aktion:
Das Land Tirol setzt den mit Euro 80.000,- dotierten Förderschwerpunkt „Kunst im öffentlichen Raum“ 2012 zum fünften Mal.

Mit dieser Aktion werden sowohl permanente Kunstprojekte als auch temporäre Interventionen im öffentlich zugänglichen Raum gefördert, welche die in Tirol besonders gelagerten Spannungsverhältnisse zwischen Kultur und Landschaft, zwischen Nutzung und Wahrnehmung der Kulturlandschaft sowie damit verbundene kulturelle Auseinandersetzungen reflektieren.
Formale Kriterien:
Die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ fördert Projekte, die in Tirol stattfinden und sich mit den spezifischen Gegebenheiten der jeweils ausgewählten Orte auseinandersetzen.

Nach einem Zuspruch der Jury ist die Voraussetzung für die Förderung des Landes das Vorliegen allfälliger für die Realisierung notwendiger Genehmigungen sowie eine Zustimmung der Standortgemeinde/n zum eingereichten Projekt. Ausgewählte Projekte müssen innerhalb von zwei Jahren nach der Zusage realisiert werden.

Ausgeschlossen sind die nachträgliche Förderung oder der Ankauf eines bereits realisierten Kunstwerks, klassische „Kunst am Bau“-Projekte, Publikationen, die nicht Teil eines Projektes sind, sowie Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie Konzerte oder Theateraufführungen ohne inhaltlichen Zusammenhang zu der Förderaktion.
Teilnahme:
Der Förderschwerpunkt richtet sich international an KünstlerInnen, KünstlerInnenkollektive, KuratorInnen, Kunst- bzw. KünstlerInnenvereine, die im Bereich der zeitgenössischen visuellen Kunst tätig sind sowie an Gemeinden, sofern sie als Träger von Kunstprojekten auftreten.
Dotierung:
Die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol“ ist im Jahr 2012 mit Euro
80.000,- dotiert. Die Höhe der Förderung des Landes der zur Umsetzung empfohlenen
Projekte aus dieser Aktion kann nach Empfehlung der Jury bis zu 100% der förderbaren Gesamtkosten betragen.
Jury:
Die unabhängigen, für jeweils drei Jahre bestellten Fachjuroren wählen aus den eingereichten Projekten aus und erarbeiten einen Fördervorschlag. Die Entscheidung über die Förderungen trifft das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied der Tiroler Landesregierung.

Mitglieder der Jury sind:

Bart Lootsma, Architekturkritiker und -theoretiker, Professor am Institut für Architekturtheorie der Technischen Universität Innsbruck
Franziska Weinberger, Künstlerin, Kuratorin und Kunsthistorikerin
Rens Veltman, Künstler
Unterlagen/Ablauf:
Die Einreichungsunterlagen enthalten:

- Projektbeschreibung: Text und Visualisierung (Skizzen, Montagen, Renderings,
Modellfotos; keine Modelle!) im Format Din A 4 als Hardcopy, max. 10 Seiten
- Dokumentation der bisherigen künstlerischen Tätigkeit (Fotos, Kataloge u.ä.;
keine Originale!) und aktuelle Lebensläufe in Kurzform
- Grobkostenschätzung (inkl. projektbezogener Kommunikationsmittel)
- Zeitplan
- ausgefülltes Datenblatt (s. Beilage)

Die vollständigen Unterlagen sind bis 31.08.2012 (Poststempel) unter dem
Betreff: „Kunst im öffentlichen Raum 2012“ an das
Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Kultur
Sillgasse 8
6020 Innsbruck, einzusenden.

Die Juryentscheidung wird voraussichtlich Anfang Oktober 2012 bekanntgegeben.

Die Unterlagen werden nicht retourniert.
Rechtsgrundlagen:
Aus der Einreichung entsteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Die Entscheidung der Jury kann nicht beeinsprucht werden. Die Zuerkennung der Fördermittel und die Abwicklung des Förderverfahrens obliegen dem Land Tirol im Rahmen der geltenden Subventionsrichtlinien. Die Realisierung der geförderten Projekte muss entsprechend dem Projektzeitplan erfolgen.

Hinweis zur Projektkalkulation: Eigenleistungen können zu einem Stundensatz von max. EUR 30,-- bis zu 30 % der Gesamtkosten als Teil der Gesamtkosten in der Kalkulation angeführt, und entsprechend dem Leistungsblatt der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ abgerechnet werden.

Diese Richtlinie ist nur auf Förderverfahren im Rahmen der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ bezogen.

Der/die EinreicherIn erklärt sich damit einverstanden, dass ihr/sein Name sowie eingereichtes Bildmaterial, Skizzen oder andere Visualisierungen z.B. für Medienberichte oder die Homepage des Landes Tirol veröffentlicht werden dürfen.
Information:
Die KünstlerInnenvereinigung Tiroler Künstlerschaft koordiniert im Auftrag des Landes Tirol die Abwicklung des Auswahlverfahrens und fungiert als Ansprechstelle für Auskünfte und Fragen.

Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an:

Tiroler Künstlerschaft
Mag. Ingeborg Erhart
Rennweg 8a
6020 Innsbruck
0512/581133
pavillon@kuenstlerschaft.at