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Kunst im öffentlichen Raum – Förderschwerpunkt 2011 Kultur::Landschaft


Ausgewählte Projekte 2011
Der Bogen spannt sich von der kritischen Hinterfragung des Tirolbegriffs bis hin zum Tanzen in der Öffentlichkeit.

2011 hat das Land Tirol wieder die Förderaktion Kunst im öffentlichen Raum ausgeschrieben und fünf Projekte von Maria Anwander, Ruben Aubrecht, Lois Hechenblaikner, Christoph Hinterhuber und Richard Schwarz werden im Laufe des Jahres 2012 realisiert.
Die Mitglieder der Jury, Bart Lootsma, Architekturkritiker und -theoretiker, Professor am Institut für Architekturtheorie der Technischen Universität Innsbruck, Franziska Weinberger, Künstlerin, Kuratorin und Kunsthistorikerin, Rens Veltman, Künstler, haben aus den 36 Einreichungen folgende Kunstprojekte ausgewählt, die mit insgesamt 80.000 Euro dotiert sind:
Maria Anwander, 1980 in Bregenz geboren, wird einen öffentlichen Tanzboden installieren. Wenn an einem nächtens düsteren Platz ein verführerisch blinkendes Disco-Schild hängt und auf Knopfdruck Sound erklingt, Stroboskoblicht rhythmisch zu zucken beginnt und sich die Diskokugel dreht, entsteht an unerwarteter Stelle ein Traumort, Überraschungseffekt inklusive. Wer dann am „public dancefloor“ alles tanzend zueinander findet, wird sich zeigen.
Mit einem subversiven Minimaleingriff in die perfektionistische Gestaltung der innerstädtischen Umwelt schafft Ruben Aubrecht (*1980), der ebenfalls aus Vorarlberg stammt, ein Kunstwerk, das den Anstoß gibt, weiter zu denken. Am Dach eines etablierten Kunstorts werden gefakete Bewehrungseisen befestigt und unmittelbar verändert sich die Wahrnehmung: etwas Unfertiges, Erweiterbares entsteht, das permanenter Veränderung unterworfen ist. An der Kunst wird immer noch gebaut. Der Titel seines Werks lautet dementsprechend „Further Development“.
Die Freizeitindustrie ist eine der größten der Welt und dieses Wirtschaftssegment spielt in Tirol eine Hauptrolle. Kritische Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Natur findet aber nur selten Raum. Mit den Mitteln der Werbefotografie und der Straßenwerbung verhandelt der Tiroler Fotokünstler Lois Hechenblaikner (* 1958) Inhalte, für die man normal nicht wirbt. Mit seiner Arbeit „BilderEcho“ könnte der Blick geschärft und ehrliches Bewusstsein über das Verhältnis von Tirol zum Tourismus verbreitet werden. Die Modernität des Landes und das Spiel mit der Tradition stehen zur Diskussion.
Der Innsbrucker Künstler Christoph Hinterhuber (*1969) plant eine Intervention an Rotunde am Rennweg, die bisher das Riesenrundgemälde beherbergt hat. Er definiert den mittlerweile nutzlos gewordenen Raum neu und transformiert ihn zu einem Objekt, das vielschichtige Deutungen zulässt: vom Kraftwerk bis zum UFO, das gleich abheben wird. „event horizon (vertikal)“ zeigt die Kraft, die in der Rotunde enthalten ist, lädt den historischen Ort mit neuer Bedeutung auf und erobert ihn für die Kunst zurück. Gemeinsam mit der ebenfalls von ihm geschaffenen Arbeit de-decode de-recode re-decode re-recode an der alten Hungerburgbahntrasse weisen an diesem sinnlos gewordenen Ort zwei futuristische Werke auf spielerische und zugleich präzise Art in die Zukunft.
Computergesteuert tropft von einer Eisenbahn- und Fußgängerbrücke schwarze Farbe (umweltverträglich) in den Inn und zeigt kurz die digitale Uhrzeit an, die sogleich durch das Fließen zerrinnt. Es handelt sich um ein ephemeres Projekt des Wörglers Richard Schwarz (*1984), das sich buchstäblich mit dem Verschwinden der Zeit beschäftigt. Die temporäre Installation „Zeitfluss – Die Zeit beobachten, wie sie verfließt“ lädt zum Pausieren und Innehalten ein und möchte dazu anregen den Umgang mit Zeit zu relativieren.

Die Projekte entsprechen dem in der Ausschreibung formulierten Ansatz, dass „Kunst im öffentlichen Raum“ als eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen zu sehen ist.
Kunst verlässt den Ausstellungsraum und interagiert mit einer breiten Öffentlichkeit. Sie greift gesellschaftspolitisch relevante Themen auf und lotet das Verhältnis der Menschen, die eine Region bewohnen oder passieren, zu ihrem Umfeld aus.
Ausschreibung 2011
Kunst verlässt den Ausstellungsraum und interagiert mit einer breiten Öffentlichkeit. Das Land Tirol sieht „Kunst im öffentlichen Raum“ als eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie greift gesellschaftspolitisch relevante Themen auf und lotet das Verhältnis der Menschen, die eine Region bewohnen oder passieren, zu ihrem Umfeld aus. Kunst im öffentlichen Raum soll Diskussionen auslösen und Prozesse in Gang setzen. Sie soll integrativer Bestandteil bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven sein und die Identität des Landes im Bereich des Zeitgenössischen mit gestalten.
Aktion:
Das Land Tirol setzt den mit Euro 80.000,- dotierten Förderschwerpunkt „Kunst im
öffentlichen Raum“ 2011 zum vierten Mal.
Mit dieser Aktion werden sowohl permanente Kunstprojekte als auch temporäre
Interventionen im öffentlich zugänglichen Raum gefördert, welche die in Tirol besonders gelagerten Spannungsverhältnisse zwischen Kultur und Landschaft, zwischen Nutzung und Wahrnehmung der Kulturlandschaft sowie damit verbundene kulturelle Auseinandersetzungen reflektieren.
Formale Kriterien:
Die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ fördert Projekte, die in Tirol stattfinden und sich mit den spezifischen Gegebenheiten der jeweils ausgewählten Orte auseinandersetzen.
Nach einem Zuspruch der Jury ist die Voraussetzung für die Förderung des Landes das Vorliegen allfälliger für die Realisierung notwendiger Genehmigungen sowie eine Zustimmung der Standortgemeinde/n zum eingereichten Projekt. Ausgewählte Projekte müssen innerhalb von zwei Jahren nach der Zusage realisiert werden.
Ausgeschlossen sind die nachträgliche Förderung oder der Ankauf eines bereits
realisierten Kunstwerks, klassische „Kunst am Bau“-Projekte, Publikationen, die nicht Teil eines Projektes sind, sowie Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie Konzerte oder Theateraufführungen ohne inhaltlichen Zusammenhang zu der Förderaktion.
Teilnahme:
Der Förderschwerpunkt richtet sich international an KünstlerInnen,
KünstlerInnenkollektive, KuratorInnen, Kunst- bzw. KünstlerInnenvereine, die im Bereich der zeitgenössischen visuellen Kunst tätig sind sowie an Gemeinden, sofern sie als Träger von Kunstprojekten auftreten.
Dotierung:
Die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol“ ist im Jahr 2011 mit Euro
80.000,- dotiert. Die Höhe der Förderung des Landes der zur Umsetzung empfohlenen Projekte aus dieser Aktion kann nach Empfehlung der Jury bis zu 100% der förderbaren Gesamtkosten betragen.
Jury:
Die unabhängigen, für jeweils drei Jahre bestellten Fachjuroren wählen aus den
eingereichten Projekten aus und erarbeiten einen Fördervorschlag. Die Entscheidung über die Förderungen trifft das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied der Tiroler

Landesregierung.
Mitglieder der Jury sind:
Bart Lootsma, Architekturkritiker und -theoretiker, Professor am Institut für
Architekturtheorie der Technischen Universität Innsbruck
Franziska Weinberger, Künstlerin, Kuratorin und Kunsthistorikerin
Rens Veltman, Künstler
Unterlagen/Ablauf:
Die Einreichungsunterlagen enthalten:
- Projektbeschreibung: Text und Visualisierung (Skizzen, Montagen, Renderings,
Modellfotos; keine Modelle!) im Format Din A 4 als Hardcopy, max. 10 Seiten
- Dokumentation der bisherigen künstlerischen Tätigkeit (Fotos, Kataloge u.ä.;
keine Originale!) und aktuelle Lebensläufe in Kurzform
- Grobkostenschätzung (inkl. projektbezogener Kommunikationsmittel)
- Zeitplan
- ausgefülltes Datenblatt (s. Beilage)

Die vollständigen Unterlagen sind bis 05.08.2011 (Poststempel) unter dem
Betreff: „Kunst im öffentlichen Raum 2011“ an das Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Kultur
Sillgasse 8
6020 Innsbruck, einzusenden.

Die Juryentscheidung wird voraussichtlich Mitte September 2011 bekanntgegeben.
Die Unterlagen werden nicht retourniert.
Rechtsgrundlagen:
Aus der Einreichung entsteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Die Entscheidung der Jury kann nicht beeinsprucht werden. Die Zuerkennung der Fördermittel und die Abwicklung des Förderverfahrens obliegen dem Land Tirol im Rahmen der geltenden Subventionsrichtlinien. Die Realisierung der geförderten Projekte muss entsprechend dem Projektzeitplan erfolgen.
Hinweis zur Projektkalkulation: Eigenleistungen können zu einem Stundensatz von max. EUR 30,-- bis zu 30 % der Gesamtkosten als Teil der Gesamtkosten in der Kalkulation angeführt, und entsprechend dem Leistungsblatt der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ abgerechnet werden.
Diese Richtlinie ist nur auf Förderverfahren im Rahmen der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ bezogen.
Der/die EinreicherIn erklärt sich damit einverstanden, dass ihr/sein Name sowie
eingereichtes Bildmaterial, Skizzen oder andere Visualisierungen z.B. für Medienberichte oder die Homepage des Landes Tirol veröffentlicht werden dürfen.
Information:
Die KünstlerInnenvereinigung Tiroler Künstlerschaft koordiniert im Auftrag des Landes Tirol die Abwicklung des Auswahlverfahrens und fungiert als Ansprechstelle für Auskünfte und Fragen.

Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an:
Tiroler Künstlerschaft
Mag. Cornelia Reinisch
Rennweg 8a
6020 Innsbruck
0512/581133
pavillon@kuenstlerschaft.at