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MAX 500. Kunst im öffentlichen Raum – Förderschwerpunkt 2018/19 (English version below)

Einreichfrist: 29. Juni 2018 (Poststempel)

Kunst verlässt den Ausstellungsraum und interagiert mit einer breiten Öffentlichkeit. Das Land Tirol sieht „Kunst im öffentlichen Raum“ als eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie greift gesellschaftspolitisch relevante Themen auf und lotet das Verhältnis der Menschen, die eine Region bewohnen oder passieren, zu ihrem Umfeld aus. Kunst im öffentlichen Raum soll Diskussionen auslösen und Prozesse in Gang setzen. Sie soll integrativer Bestandteil bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven sein und die Identität des Landes im Bereich des Zeitgenössischen mit gestalten.
Aktion:
Das Land Tirol setzt den Förderschwerpunkt „Kunst im öffentlichen Raum“ 2018/19 zum elften Mal.

Mit dieser Aktion werden sowohl permanente Kunstprojekte als auch temporäre Interventionen im öffentlich zugänglichen Raum gefördert. Anlässlich des Maximilianjahres 2019 wird sie diesmal thematisch ausgeschrieben und in einen zeitlichen Ablauf eingebunden.

2019 jährt sich der Todestag Kaiser Maximilians I. zum fünfhundertsten Mal. Der als „letzter Ritter“ bekannte Römisch Deutsche Kaiser wurde 1459 geboren und war eine ambivalente Figur in einem zerrissenen Europa an der Zeitenwende zwischen Mittelalter und Renaissance. Der ritterliche Verhaltenskodex prägte ihn ebenso wie seine Aufgeschlossenheit gegenüber modernen Methoden in der Verwaltung und technischen Neuerungen im Kriegswesen. (Vgl. http://www.habsburger.net/de/kapitel/maximilian-i-kunst-im-dienste-der-politik, 11.12.2017) In dieser Epoche entstanden neue Weltbilder und Ordnungsschemata. Maximilian I. bediente sich einer ausgeklügelten Medienpolitik, die ihn bereits zu Lebzeiten sehr populär machte, und arbeitete intensiv an der Historisierung seiner eigenen Person. Der Ausspruch „Wer sich im Leben kein Gedächtnis macht, der hat auch nach dem Tode kein Gedächtnis und desselben Menschen wird mit dem Glockenton vergessen.“ ist von ihm überliefert. Er galt als Förderer der Künste und der Wissenschaft und war sowohl in der politischen Propaganda als auch in der Selbstinszenierung bahnbrechend. Mit seinem Gegenspieler, dem französischen König Karl VIII., lieferte er sich nicht nur militärische Konfrontationen, sondern auch mediale Schlachten. Die vielen Kriege, die er führte, waren sehr kostenintensiv und so musste er Darlehen von bürgerlichen Bankiers wie der Familie Fugger in Anspruch nehmen, die dafür unter anderem Bergwerkserträge in Tirol (Silberbergwerk Schwaz) erhielten. So geschickt er – auch durch Heiratspolitik und Diplomatie – das Reich vergrößerte, seine Nachkommen mussten den Schuldenberg noch lange Jahre abbauen. Kaiser Maximilian verfügte über einen politisch wie geografisch weiten Bewegungsradius, war viel unterwegs, wählte jedoch Innsbruck zu seiner Residenz und war gerne in Tirol, weil er hier besonders gut dem Klettern, Jagen und Fischen, nachgehen konnte. Er hinterließ im gesamten Gebiet des heutigen österreichischen Bundeslandes von Anras bis Pflach und von Nauders bis Kufstein Spuren, war jedoch Wegbereiter einer neuen Dimension europäischer Politik und Kultur mit damals noch nie dagewesener Medienpräsenz. Der Blick in die ein halbes Jahrtausend zurückliegende Vergangenheit zeigt, dass Themen wie das Verhältnis von Macht und Medien, Migration und Markt damals ihren Ausgang fanden und bis in die Gegenwart wiederkehren.

Im Gedenkjahr 2019 sind etliche Aktivitäten im Bereich Kultur und Wissenschaft geplant. Im Feld der zeitgenössischen Kunst eignet sich der öffentliche Raum besonders dafür, um breite Diskussionen anzustoßen.

Die Kurator_innen Maria Anwander, Walter Prenner und Franziska Weinberger werden Projekte, die über den Open Call eingereicht werden, auswählen und gemeinsam mit Werken / Interventionen, die sie zusätzlich direkt einladen, in einen inhaltlichen und zeitlichen Ablauf einbinden.
Formale Kriterien:
Die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ fördert Projekte, die in Tirol stattfinden und sich mit Themen auseinandersetzen, die nachvollziehbar inhaltliche Bezüge und Anknüpfungspunkte zu der Epoche und zur Figur Kaiser Maximilians aufweisen.

Nach einem Zuspruch der Jury ist die Voraussetzung für die Förderung des Landes das Vorliegen allfälliger für die Realisierung notwendiger Genehmigungen sowie eine Zustimmung der Standortgemeinde/n zum eingereichten Projekt. Ausgewählte Projekte müssen 2019 in einem von der Jury akkordierten Zeitraum stattfinden.

Ausgeschlossen sind die nachträgliche Förderung oder der Ankauf eines bereits realisierten Kunstwerks, klassische „Kunst am Bau“-Projekte, Publikationen, die nicht Teil eines Projektes sind, sowie Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie Konzerte oder Theateraufführungen ohne inhaltlichen Zusammenhang zu der Förderaktion.
Teilnahme:
Der Förderschwerpunkt richtet sich international an Künstler_innen, Künstler_innenkollektive, Kurator_innen, Kunst- bzw. Künstler_innenvereine, die im Bereich der zeitgenössischen visuellen Kunst tätig sind sowie an Gemeinden, sofern sie als Träger von Kunstprojekten auftreten.
Dotierung:
Die Aktion MAX 500 „Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol“ ist in den Jahren 2018/19 mit Euro 188.000,- dotiert. Die Höhe der Förderung des Landes der zur Umsetzung empfohlenen Projekte aus dieser Aktion kann nach Empfehlung der Jury bis zu 100% der förderbaren Gesamtkosten betragen.
Jury:
Die unabhängigen Fachjuror_innen, die für MAX 500 zudem als Kurator_innen agieren, wählen aus den eingereichten Projekten aus und erarbeiten einen Fördervorschlag. Die Entscheidung über die Förderungen trifft das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied der Tiroler Landesregierung.

Mitglieder der Jury sind:

Maria Anwander, Künstlerin
Walter Prenner, Architekt
Franziska Weinberger, Kunsthistorikerin
Unterlagen/Ablauf:
Die Einreichungsunterlagen enthalten:

in 3-facher Ausführung:
- Projektbeschreibung: Text und Visualisierung (Skizzen, Montagen, Renderings,
Modellfotos; keine Modelle!) im Format Din A 4 als Hardcopy, max. 10 Seiten
- Grobkostenschätzung (inkl. projektbezogener Kommunikationsmittel)
- Zeitplan

in einfacher Ausführung:
- Dokumentation der bisherigen künstlerischen Tätigkeit (Fotos, Kataloge u.ä.;
keine Originale!) und aktuelle Lebensläufe in Kurzform
- ausgefülltes Datenblatt_MAX_500.pdf

Die vollständigen Unterlagen sind bis 29. Juni 2018 (Poststempel) unter dem
Betreff: „Kunst im öffentlichen Raum 2018/19“ an das
Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Kultur
Leopoldstraße 3/4
6020 Innsbruck
, einzusenden.

Die Juryentscheidung wird voraussichtlich Ende August 2018 bekanntgegeben.

Die Unterlagen werden nicht retourniert.
Rechtsgrundlagen:
Aus der Einreichung entsteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Die Entscheidung der Jury kann nicht beeinsprucht werden. Die Zuerkennung der Fördermittel und die Abwicklung des Förderverfahrens obliegen dem Land Tirol im Rahmen der geltenden Subventionsrichtlinien. Die Realisierung der geförderten Projekte muss entsprechend dem Zeitplan von MAX 500 erfolgen.

Hinweis zur Projektkalkulation: Eigenleistungen können zu einem Stundensatz von max. EUR 30,- bis zu 30 % der Gesamtkosten als Teil der Gesamtkosten in der Kalkulation angeführt, und entsprechend dem Leistungsblatt der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ abgerechnet werden.

Diese Richtlinie ist nur auf Förderverfahren im Rahmen der Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ bezogen.

Der/die Einreicher_in erklärt sich damit einverstanden, dass ihr/sein Name sowie eingereichtes Bildmaterial, Skizzen oder andere Visualisierungen z.B. für Medienberichte oder die Homepage des Landes Tirol sowie die Homepage http://www.koer-tirol.at veröffentlicht werden dürfen.
Information:
www.koer-tirol.at
Die Künstler_innenvereinigung Tiroler Künstler*schaft koordiniert im Auftrag des Landes Tirol die Abwicklung des Auswahlverfahrens und fungiert als Ansprechstelle für Auskünfte, historische Infos und Fragen.

Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an:

Tiroler Künstler*schaft
Ingeborg Erhart
Rennweg 8a
6020 Innsbruck
0512/581133
pavillon@kuenstlerschaft.at
MAX 500. Art in Public Space – Funding Provision 2018/19
Art is leaving the exhibition space and interacting with a wider audience. The State of Tyrol sees “Art in Public Space” as a modern form of debate on current social questions. It takes up relevant sociopolitical themes and plumbs the relationships between people inhabiting or passing through a region and their environment. Art in public space aims to trigger discussion and to set processes in motion. It should be an integrative component in the development of perspectives for the future, as well as playing a part in shaping the state's identity within the contemporary context.
Action:
In 2018/19 the State of Tyrol will be setting up the funding provision “Art in Public Space” for the eleventh time.

This action serves to fund both permanent art projects and temporary interventions into publicly accessible space. To mark the Maximilian Year 2019, this time around there will be a thematic accentuation, and the works and their realization will be incorporated into a time frame.

2019 marks the 500th anniversary of the death of Emperor Maximilian I. The Holy Roman Emperor known as the “Last Knight” was born in 1459; an ambivalent figure, he ruled in a Europe torn by epochal change between the Middle Ages and the Renaissance. He was influenced by the code of chivalry as well as openness to modern methods in administration and technical innovations in the art of war. (Cf. http://www.habsburger.net/de/kapitel/maximilian-i-kunst-im-dienste-der-politik, 11.12.2017) New images of the world and schemes of order were emerging during this epoch. Maximilian I made use of an ingenious media policy, which made him popular even during his lifetime, and worked hard at historicizing his own person. Traditionally, he is known to have said, “He who does not provide for his memory while he lives, will not be remembered after his death, so that this person will be forgotten when the bell tolls.” He is regarded as a patron of the arts and sciences, and was a pioneer not only of political propaganda but also of self-staging. He contested military struggles as well as media battles with his counterpart, the French King Charles VIII. The many wars he waged were extremely costly, and so he had to take out loans from bourgeois bankers such as the Fugger family. In exchange, among other things, they received mining revenues from the Tyrol (silver mine Schwaz). Although he may have enlarged the Empire skillfully – also via marriage policy and diplomacy –, his heirs had to work hard for many years to pay off a mountain of debts. Emperor Maximilian enjoyed a politically and geographically extensive radius of movement, travelling a lot, but he chose Innsbruck as his residence and liked to stay in the Tyrol because it was ideal for the pursuit of his interests: climbing, hunting and fishing. He left his mark on the entire area of today's Austrian federal state from Anras to Pflach and from Nauders to Kufstein, but was pioneering in a new dimension of European politics and culture with a media presence unprecedented in his times. In retrospect, the past of 500 years ago reveals how themes like the relationship of power and media, migration, and the market economy emerged at that time, continuing to the present day.

A number of activities are planned in the fields of art and science in the anniversary year 2019. In contemporary art, work in public space is particularly suited to triggering widespread discusssion.

Curators Maria Anwander, Walter Prenner and Franziska Weinberger will select projects submitted following the open call and incorporate them into a schedule of content together with additional works / interventions that they will invite directly.
Formal Criteria:
The action “Art in Public Space” promotes projects that take place in the Tyrol, and deal with themes clearly relating to and taking up the epoch and character of Emperor Maximilian.

Following an award by the jury, the prerequisite for state funding is the submission of every possible necessary permission for the project's realization, as well as agreement from the authorities responsible for the location(s) of the project submitted. Selected projects must take place in 2019, within a time frame agreed by the jury.

Excluded are: funding in retrospect or the acquisition of an already realized artwork, classical “Art in Architecture” projects, publications that do not form part of a project, and events in public space like concerts or theatre productions with no link of content to the funding action.
Participation:
The funding provision is directed towards international artists, artist collectives, curators, art or artist societies working in the field of contemporary visual art, and municipalities insofar as they appear as the carriers of art projects.
Endowment:
The action MAX 500 “Art in Public Space of the State of Tyrol” is endowed with a sum of 188,000 Euros in the years 2018/19. According to the jury's recommendations, the level of state funding of projects recommended for realization by this action can amount to up to 100% of the overall fundable cost.
Jury:
The independent expert jurors, who will also be acting as curators for MAX 500, will choose from among the submitted projects and develop a proposition for funding. The final decision on funding is made by the member of the Tyrolean State Parliament responsible for cultural affairs.

Members of the jury are:

Maria Anwander, artist
Walter Prenner, architect
Franziska Weinberger, art historian
Documents/Procedure:
The documents to be submitted comprise:

3 copies each of:
- Project description: text and visualization (sketches, montages, renderings,
model photos; no models!) in A4 format as hard copy, max. 10 pages
- rough estimate of costs (incl. project-related communications)
- time plan

one copy each of:
- documentation of previous activity as an artist (photos, catalogues etc.; no originals!) and current CV in short form
- completed MAX_500_data_sheet.pdf

The completed documentation must be sent, marked with the reference:
“Kunst im öffentlichen Raum 2018/19” to the
Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Kultur
Leopoldstraße 3/4
6020 Innsbruck

by 29th June 2018/b> (date of postmark).

It is expected that the jury's decision will be announced at the end of August 2018.

Documents will not be returned.
Legal Basis:
Submission of an application does not lead to any legal claim to funding. The jury's decision is final. Granting of funds and the handling of the funding procedure will be administered by the State of Tyrol within the context of currently valid subsidy guidelines. The realization of sponsored projects must occur in accordance with the project time plan.

Information regarding project calculations: services on the artist's own account can be listed in the calculation as part of the overall costs up to an hourly rate of max. EUR 30,- and up to 30 % of the total cost, and included in the calculation in accordance with the list of services for the action “Art in Public Space”.

This guideline applies only to funding procedures in the context of the action “Art in Public Space”.

The entrant declares him- or herself in agreement with the publication of his/her name and also of any submitted illustrative material, sketches or other visualizations e.g. for media reports or on the State of Tyrol's homepage and the homepage http://www.koer-tirol.at.